zwei Schritte zurück
die etwas andere Sicht der Dinge

Auf der Flucht vor der scheinbaren Unerträglichkeit dessen was ist, begibt sich der Mensch gerne in zwei Fantasiewelten - genannt Vergangenheit und Zukunft. Diese reinen Gedankengebilde werden genährt von Wünschen, Hoffnungen, Schuldgefühlen, Identifikationen, Illusionen und weiteren propagierten und hoch im Kurs stehenden Vorstellungen - garniert mit der verzweifelten Suche nach dem Sinn, den es nicht gibt. Ein weit verbreitetes bis selbstverständliches und somit größtenteils kaum direkt wahrgenommenes, aber Unbehagen produzierendes, Unterfangen, das nicht gelingen kann. Ein Leben ohne Ziel und Sinn scheint aber auch undenkbar. Und das was ist, ist nun mal nicht gut. Zumindest nicht wirklich und falls mal doch, dann nur von kurzer Dauer.
Klingt hoffnungslos. Ist es auch. Aber nicht ernst. Denn, nichts ist wie es scheint - alle Dramen wachsen aus den eigenen Vorstellungen, Bewertungen und Ideen und sind somit nichts anderes als Fantasiegebilde. Wird das gesehen, löst sich die scheinbare Unerträglichkeit von allein in Wohlgefallen auf und macht Platz für eine Art heitere Gelassenheit. Der Wahnsinn des Alltäglichen bleibt - irgendwie -, aber aus dem Drama wird eine Komödie - ein Spiel mit unbegrenztem Unterhaltungswert.
Die Bilder (sowohl Malerei als auch Fotografie) von Sonja Salih und Peter Hocke lassen es den Betrachter sehen und spüren. Den scheinbaren Sinn und - resultierend aus dem Ernst des Egos, der die eigene Sicht der Dinge so bedeutungsvoll und nicht selten auch dramatisch macht - den Wahn, der sich ganz schnell und meist unbemerkt dazu gesellt. Aber auch den illusorischen Charakter dieses zwar alltäglichen aber nur scheinbaren weil eingebildeten Dilemmas.